Die verschiedenen Formen der Edelmetalllagerung – einfach erklärt

von Ludwig Karl, veröffentlicht am 02. August 2015 - vollständiger Artikel hier

1. Einführung
Dieses Diskussionspapier hat das Ziel, die aktuell existierenden Möglichkeiten Edelmetalle zu lagern, in einem einfachen Schema darzustellen Es zeigt zum ersten Mal ein erweitertes Schema in der Betrachtung der verschiedenen Formen der Edelmetalllagerung - abseits der einfachen Unterscheidung in eine unallozierte und allozierte Form. Es führt eine dritte Form der Lagerung ein, hier Segregation genannt, und unterteilt jede Form in verschiedene Dimensionen.
Dieses Papier behandelt keine auf Gold und Silber basierenden Zahlungssysteme, betrachtet diese aber als eine valide Art der Zahlungsabwicklung. Der Inhalt des Papiers fokussiert sich mehr auf die verschiedenen Formen der Lagerung, ihre Möglichkeiten/Limitationen und zeigt Beispiele auf.
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2. Die unverfeinerte Art der Betrachtung der verschiedenen Formen der Edelmetalllagerung
Die aktuellen Betrachtungen machen eine allgemeine Unterscheidung in zwei Arten der Lagerung. Diese basieren mehrheitlich auf den Arbeitsweisen der LBMA, die Kundenkonten in Unallozierte und Allozierte unterteilt. Dies wird nachfolgend als Beispiel verwendet.

Ein vergleichendes Schema kann wie folgt aussehen:
lbma-konten_732

2.1. Die unallozierte Form der Lagerung
Das unallozierte Konto bei der LBMA ist hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass der Kunde ein ungesicherter Gläubiger seiner Gegenpartei (‘Dealer') ist, bei der er ein Konto hat. Der ‘Dealer‘ ist verpflichtet dieselbe Menge an Edelmetallen auf Lager zu halten, die er dem Kunden auf sein Konto gutgeschrieben hat (‘Credits‘). Allerdings hat der Kunde keinen Anspruch auf oder Eigentum an einem spezifischen Barren oder einer Losgrösse (z.B. 100g Goldbarren).
Sog. ‘Credits‘ auf dem Konto müssen zuerst in spezifische Barren alloziert werden, bevor eine Auslagerung stattfinden kann. Im Falle einer Insolvenz der Gegenpartei (‘Dealer‘) werden die gegen die ‘Credits‘ gehaltenen Edelmetalle in die Insolvenzmasse der Gegenpartei aufgenommen.

2.2. Die allozierte Form der Lagerung
Bei einem allozierten Konto mit einem ‘Dealer' an der LBMA erhält der Kunde das direkte Eigentum an einem spezifischen Barren, der bei einem Lageristen gelagert ist. Die Identifizierung des Barrens erfolgt in der Regel über Barrennummer und sonstige Details. Dies ermöglicht konkrete Audits und der Kunde ist nicht mehr länger ein ungesicherter Gläubiger. Der spezifische Barren befindet sich direkt im Eigentum des Kunden. Im Falle einer Insolvenz entweder des Lageristen oder der Gegenpartei (‘Dealer‘) bleibt das Edelmetall weiterhin im Eigentum des Kunden und wird nicht Teil der Insolvenzmasse.

3. Schema: die neue verfeinerte Art der Betrachtung der verschiedenen Formen der Edelmetalllagerung
Die ansteigende Grösse des Edelmetallmarktes in den letzten Jahren hat verschiedene neue Wege der Edelmetalllagerung mit sich gebracht. Der Autor schlägt eine Verfeinerung der gegenwärtigen Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der Edelmetalllagerung vor und wird hierzu diverse Begriffe aus der Lagerung einführen oder ggf. neu interpretieren, um dieses Ziel zu erreichen.
Die beiden bekannten Formen der Lagerung (Allozierung und unallozierte Lagerung) werden um eine Dritte erweitert:
Segregation

Jede der drei Formen wird weiter verfeinert durch eine Unterteilung in mehrere Dimensionen. Mit aufsteigender Nummer, steigt die Sicherheit für den Kunden:
Die unallozierte Lagerung kennt zwei Dimensionen, während die allozierte und segregierte Lagerung jeweils in drei Dimensionen existieren.

Ein Schema zeigt sich wie folgt:
edelmetalllagerung_allokation_segregation_unalloziert_1209

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03.08.2015