Lohnt sich der Verkauf von Zahngold?

Bis heute wird Dentalgold für einen langlebigen Zahnersatz verwendet. Dabei handelt es sich nicht etwa um minderwertiges Edelmetall. Je nach verwendeter Legierung kann Zahngold einiges wert sein und sollte daher nicht als Abfallprodukt gesehen werden.
Lohnt sich der Verkauf von Zahngold?

Gold steht allgemein hoch im Kurs und ist nicht nur in Krisenzeiten gefragt. Das wertvolle Edelmetall ist nahezu unvergänglich und kann immer wieder eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden. Das gilt gleichermaßen für Goldschmuck wie für Anlageprodukte und ebenfalls für Zahngold. Doch welchen Wert hat eigentlich die alte Krone vom Zahnarzt, wer nimmt sie in Zahlung und wie geht man am besten vor? Diese und weitere Fragen beantwortet unser heutiger Beitrag aus der Kategorie Edelmetallwissen.

Als Zahngold werden Dentallegierungen bezeichnet, die aus Edelmetallen bestehen. Häufig wird Gold verwendet, aber auch Silber, Platin oder Palladium können zum Einsatz kommen. Zahnärzte nutzen diese Metalle in der Regel für Füllungen, sogenannte Inlays oder als Implantate, zum Beispiel für Brücken oder Kronen. Als besonders stabil und langlebig erweist sich dabei Gold. Professionell gefertigte Goldkronen aus dem Dentallabor können viele Jahrzehnte halten. Außerdem gilt das gelbe Edelmetall allgemein als gut verträglich und Allergiker-freundlich. Deshalb wird es auch heute noch bevorzugt von Zahnärzten verwendet. Zahngoldlegierungen werden inzwischen im sichtbaren Frontbereich mit einer weißen Keramikschicht verblendet, damit sie den ästhetischen Ansprüchen der Patienten entsprechen.

Wie viel ist Zahngold wert?

Tatsächlich hat Dentalgold also einen gewissen Wert. Dieser setzt sich aus dem Gewicht in Gramm und aus dem enthaltenen Goldanteil zusammen. Da reines Gold als Zahnersatz viel zu weich wäre, verwendet das Dentallabor eine Goldlegierung. Diese besteht zumeist aus 750er-Gold, das mit weiteren Edelmetallen wie Kupfer und Zink, aber auch Palladium, Platin und Silber angereichert wird. Auf diese Weise entstehen harte Legierungen, die der täglichen Beanspruchung besser standhalten können.

Da jede Zahnlegierung unterschiedlich ist, liegt beim Ankauf von Zahngold häufig ein Feinwert von 716,7/1000 Gold zugrunde. In manchen Fällen wird auch ein Pauschalwert von 600 oder 650 Tausendstel angesetzt. Falls vorhanden, können Sie auch in Ihrem Patientenpass oder der Zahnersatzrechnung nachschauen, welche Legierung verwendet wurde. Ausschlaggebend für den Wert des Zahngoldes ist zudem der aktuelle Goldpreis, der tagesaktuell an den internationalen Börsen ausgehandelt wird. Notiert wird der Kurs für eine Feinunze Gold, was etwa 31,103 Gramm entspricht. Ausgehend davon lassen sich die Grammpreise für die einzelnen Goldlegierungen errechnen. Im folgenden Goldpreis-Chart können Sie ablesen, welchem aktuellen Wert die Standard-Goldlegierungen zu einem Gramm entsprechen:


Goldpreis pro Unze +/-
Goldpreis EUR 2.178,99 € +/-0,00%
Goldpreis USD 2.332,72 USD +/-0,00%
Goldpreis CHF 2.075,91 CHF +/-0,00%
Letztes Update: 15.06.2024 - 03:00 Uhr
  • Tipp: Nutzen Sie auch unseren praktischen Goldpreisrechner, um einen Grundpreis für Ihr vorhandenes Altgold zu erhalten. Hierbei handelt es sich jedoch noch nicht um die Ankaufspreise, denn diese sind von Händler zu Händler unterschiedlich.

Wo kann Zahngold verkauft werden?

Wer Zahngold verkaufen möchte, kann entweder den stationären Edelmetallfachhandel oder eine Altgoldankaufstelle am Wohnort aufsuchen. Das hat den Vorteil, dass man sofort Bargeld für sein Gold erhält und die Verkaufsaktion schnell abgeschlossen ist. Es fehlt allerdings die Möglichkeit, Preise zu vergleichen. Hier liegt wiederum der Vorteil beim Online-Verkauf. Die meisten Online-Fachhändler oder auch Scheideanstalten bieten ihren Kunden ebenfalls eine Ankaufsmöglichkeit für Altgold. Oft gibt es sogar eine Unterrubrik für Zahngold.

Als Verkäufer von Dentalgold können Sie auf den Webseiten der Händler in aller Ruhe die Angebote vergleichen und das für Sie beste Preis-/Leistungsverhältnis herausfiltern. Die Verkaufsabwicklung ist unterschiedlich. In der Regel wird das Zahngold in einem Wertpaket oder per Werttransport an den Händler geschickt. Dieser prüft die eingesandten Stücke und meldet sich bei Ihnen mit einer Wertanalyse und einem individuellen Angebot. Wenn alles passt, können Sie dieses annehmen und den vereinbarten Betrag per Überweisung erhalten. Alternativ besteht oft auch die Möglichkeit, die Gutschrift beim Kauf von neuen Münzen oder Barren einzulösen.

Was passiert mit den Goldzähnen, wenn ein Angehöriger stirbt?

Bei einer klassischen Erdbestattung möchten viele Angehörige, dass fest installierter Zahnersatz an Ort und Stelle verbleibt. Anders verhält es sich häufig bei einer Einäscherung und anschließender Urnenbeisetzung. Krematorien haben heutzutage die Möglichkeit, Zahngold aus der Asche herauszufiltern, denn das Edelmetall verbrennt nicht und bleibt zurück.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass dieses Gold den Erben des Verstorbenen gehört und nicht etwa dem Bestatter. Hinterbliebene haben also ein Anrecht auf Herausgabe des Dentalgoldes. Hierzu sollten die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bestattungsvertrags eingesehen werden. Oftmals ist dort festgehalten, dass Angehörige die Herausgabe des Edelmetalls zuvor explizit verlangen müssen. Zudem können für die Filtermaßnahme zusätzliche Kosten aufgerufen werden. Bei einem pauschalen Bestattungspreis sollte dieser Service jedoch enthalten sein.

Wie wird Zahngold hergestellt?

Zahngold wird überwiegend in Scheideanstalten hergestellt. Für eine einfache Verarbeitung im Zahnlabor werden Dentalplättchen oder auch Kronenblech in der Größenordnung von 1 Gramm produziert. Bekannte Handelsmarken sind DeguDent, Degulor oder Herador. Hergestellt werden diese von deutschen und europäischen Scheideanstalten, die ebenfalls Anlageprodukte herstellen wie zum Beispiel C. Hafner, Heraeus oder Heimerle Meule.

Im Dentallabor werden die Zahngoldimplantate mithilfe von Gipsabdrücken und Modellen angefertigt. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, wie Gießen, Fräsen oder die Galvanogoldtechnik, bei welcher der Kunstzahn schichtweise aufgebaut wird. Auf diese Weise entsteht ein Edelmetallimplantat, das als hochwertig und besonders bioverträglich gilt. Durch die abschließende Keramikbeschichtung kommt bei dieser Technik tatsächlich reines Gold zum Einsatz.

Fazit: Der Erlös vom Dentalgold lässt sich reinvestieren

Zahngold ist alles andere als ein Abfallprodukt, sondern ein gefragtes Recyclinggut. Ebenso wie alter Schmuck lässt sich der Zahnersatz wieder einschmelzen, sodass neue Produkte entstehen können. Deshalb kann das nicht mehr genutzte Dentalgold wieder in den Verwertungskreislauf gebracht und verkauft werden. Je nach Menge und Goldpreis können schnell drei- und vierstellige Eurosummen zusammen kommen, die wiederum in vermögensbildende Sachwerte reinvestiert werden können: