Münze Österreich prägt Sammlermünzen weiterhin mit 925er-Sterlingsilber
Der im Frühjahr 2026 stark gestiegene Silberpreis hatte dazu geführt, dass einige europäische Münzprägestätten den Silberfeingehalt bei ihren Sammlermünzen erheblich reduzieren mussten. Diese Maßnahme sahen die Unternehmen als erforderlich, da sonst die Verkaufspreise in die Höhe geschnellt wären und das Nominal nicht mehr mit dem Metallwert harmonieren würde. Teilweise wurden auch der Produktion und Verkauf von Silbermünzen ausgesetzt. Nicht so bei der Münze Österreich, die bereits Anfang April erklärte, ihre Sammlermünzen unverändert mit 925er-Sterlingsilber herzustellen. Weiterhin wird auch die bekannte Anlagenmünze Wiener Philharmoniker gleichbleibend mit einem Feingehalt von 999 Tausendstel Silber produziert.
Erst im Februar 2026 hatte die Münze Deutschland erklärt, die Feingehalte bei den Sammlermünzen zu 35 Euro von 925/1000 auf 500 Tausendstel zu reduzieren. Die 50-Euro-Münzen wurden von 999/1000 auf 625 Silberanteile vermindert. “Das kommt für uns nicht in Frage”, erklärte Generaldirektor Gerhard Starsich der Münze Österreich AG. “Wir stehen zu unserer Qualität und zu unseren Werten, auch in schwierigeren Zeiten.” Bereits vor einigen Jahren wurde bei der österreichischen Prägestätte der zukunftsweisende Schritt gesetzt, die Motive der Sammlermünzen aus Silber teilweise auch in Kupfer anzubieten. Dadurch könne man das günstigere Preissegment sehr gut bedienen.
Die Preise von Silbermünzen steigen, jedoch kundenfreundlich
Die höheren Edelmetallkurse bewirken zwangsläufig einen Anstieg der Preise für Sammlermünzen. Der Münze Österreich ist es jedoch wichtig, dass diese im Rahmen bleiben müssen. Deshalb verfolgt das Management ein eigens entwickeltes Konzept, das insbesondere den Münzabonnenten zugutekommt. Auslöser war die Konstellation, dass der Wert des enthaltenen Edelmetalls über die zuvor festgelegten Verkaufspreise gestiegen war, was sich als unwirtschaftlich erwies.
Die neue Regelung der Münze Österreich sieht nunmehr vor, dass der festgelegte und angekündigte Ausgabepreis bis zum Ausgabetag bestehen bleibt. Steigt der Silberwert anschließend über diesen Preis, werden die Verkaufspreise erst ab dem jeweiligen Folgetag an den Silberkurs angepasst. Das bedeutet, dass die Silbermünzen am Ausgabetag garantiert zum zuvor angekündigten Preis erhältlich sein werden. Insbesondere für die Münzabonnenten ist damit der günstigste Preis für die jeweilige Münze gesichert.
Der Edelmetallmarkt und die schwankenden Preise
In den ersten Monaten des Jahres 2026 war der Edelmetallmarkt starken Preisanstiegen unterworfen. Der Goldpreis kletterte in astronomische Höhen, es folgten der Silberpreis und der Platinpreis. Die unweigerliche Preiskorrektur bei Silber resultierte aus zahlreichen Gewinnmitnahmen von Investoren sowie Liquiditätsengpässen. Jedoch blieb das hohe Preisniveau bestehen, ebenso wie die Nachfrage nach Edelmetallen zu Anlagezwecken.
Tatsächlich schnellte der Silberkurs Ende Januar 2026 auf einen Rekordwert von rund 100 Euro für eine Feinunze (31,103 Gramm). Auslöser für den heftigen Anstieg waren geopolitische Ereignisse, wie der Streit um die Insel Grönland oder Konflikte im Nahen Osten sowie Wertverluste beim US-Dollar und ein gesteigertes Interesse von Investoren. Zwar fiel der Silberpreis anschließend wieder, bewegte sich seit Februar jedoch in einer konstant hohen Seitwärtsbewegung.
Silberpreis Chart - Silber-Spotkurs
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Münze Österreich und die Planungen für 2026
Die Münze Österreich ist die offizielle Münzprägeanstalt der Republik. Sie geht auf das Jahr 1194 zurück und wurde in Wien gegründet. Neben der vorrangigen Aufgabe der Deckung des österreichischen Münzbedarfs mit Euro- und Cent-Umlaufmünzen produziert die Institution ebenfalls Bullion- und Sammlermünzen aus Gold, Platin, Silber, Kupfer und Niob sowie Medaillen.
So entsteht seit 1989 die bekannte und beliebte Anlagemünze Wiener Philharmoniker, die inzwischen in den drei Edelmetallen Gold-Phil, Silber-Phil und Platin-Phil mit jährlich gleichbleibenden Motiven verausgabt wird.
Neben den Bullionausgaben plant die Münze Österreich in 2026 die Ausgabe von zwei Sammlermünzen in Gold, acht Münzen in Silber, vier Kupfermünzen, eine Silber-Niobmünze und 4 Münzen in Buntmetall.
Die Silberlegierungen der Münze Österreich
Je nach Münzart verwendet die Münze Österreich verschiedene Silberlegierungen. Beim Wiener Philharmoniker kommt eine Bullionqualität zum Einsatz, die aus 999 Anteilen Silber und einem Kupferanteil besteht. Hierbei handelt es sich um Feinsilber oder auch reines Silber, das allgemein bei Anlagemünzen bevorzugt wird. Kombiniert wird diese Feinheit überwiegend mit der Prägequalität Stempelglanz, die von der Münze Österreich als “Normalprägung” bezeichnet wird. Hierbei werden die Ronden und Stempel vor der Prägung nicht extra poliert. Dadurch besitzt die Münze einen typischen, frisch geprägten metallischen Glanz ohne Kratzer oder andere Beschädigungen.
Bei den Sammlermünzen aus Silber verwendet die Münze Österreich häufig eine Legierung, die aus 925 Tausenderteilen Silber und 75 Tausenderteilen Kupfer besteht. Dadurch entsteht eine härtere und widerstandsfähigere Münzoberfläche als bei Feinsilber. In der Fachwelt wird diese hochwertige Legierung auch als “Sterlingsilber” bezeichnet. Abgleitet wurde der Begriff von der britischen Währung, dem Pfund Sterling. Der englische Silberpenny “Sterling” wurde im Mittelalter aus einer Silber-Kupfer-Legierung im Verhältnis 92,5 zu 7,5 Prozent gefertigt.
Kombiniert wird Sterlingsilber häufig mit der höchsten Prägequalität “Polierte Platte” (Proof), bei welcher Rohlinge und Stempel vor dem Prägevorgang poliert werden. Da dieser Prozess sehr aufwendig ist, wird er meist nur bei Sammlermünzen mit limitierten Auflagen angewendet. Darüber hinaus setzt die Münze Österreich ebenfalls Legierungen ein, die aus 900/1000 Silber bestehen. Diese Legierung findet sich zum Beispiel in den Silber-Niob-Münzen, bei denen der äußere Ring aus Silber besteht und der Kern aus farbigem Niob-Metall mit einer Feinheit von 998 Tausendstel. In diesem Fall ist die Prägequalität “Handgehoben”, dies bezeichnet den Erstabschlag einer Münzserie, der mit neu gefertigtem Werkzeug geprägt wurde.
Fazit: Münze Österreich setzt weiter auf eine hohe Silberqualität
Lange Zeit waren es Sammler und Anleger gewohnt, ihre Silbermünzen zu günstigen Preisen kaufen zu können. Durch die hohen Kursanstiege haben sich die Preise jedoch teilweise verdoppelt. Während andere Prägestätten ihre Feingehalte bei Sammlermünzen reduzieren, um günstige Preise halten zu können, setzt die Münze Österreich weiterhin auf eine hohe Silberqualität. Wer dennoch Münzen für ein kleines Budget erwerben möchte, kann zur Kupfervariante greifen. Das neue Preismodell der Wiener bedeutet für Silberkäufer, direkt am Ausgabetag zu reagieren, bevor die Verkaufspreise an den Kurs angehoben werden.
10 Euro (2002-2016) Gedenkmünzen Österreich
10 Euro (2002-2016)
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